In der Offizin stehen nur Pressen für den Handdruck
zur Verfügung, bei denen jedes Blatt einzeln abgezo-
gen wird.
Einfachere Aufträge werden auf der amerikanischen
Vandercook-Abzugpresse ausgeführt. Für die wert-
vollen Drucke steht eine Dinglersche Kniehebelpres-
se von 1850 zur Verfügung. Auf ihr wird beinahe
gleich gearbeitet, wie Johannes Gutenberg 1455 die
erste Bibel druckte: Einfärben von Hand – Einlegen
des Papierbogens – Druck unter die Druckplatte
fahren – Anziehen des Kniehebels, was das weiche
Papier ganz leicht in die Bleilettern hineindrückt –
Herausnehmen des gedruckten Bogens. Solche
Drucke erreichen in Bezug auf Tiefenschärfe eine im
Offset nie mehr erreichte Qualität. Zudem ermöglicht
allein noch diese alte Technologie das Bedrucken
'schwieriger' Materialien wie handgeschöpfte Bütten-
papiere oder Pergament.
Erstaunlicherweise ist die Offizin bei Klein-Auflagen
(50 - 250 Stück) mit modernen Drucktechnologien,
deren Maschinen eine aufwendige Druckvorbereitung
benötigen, durchaus konkurrenzfähig.



